Urkunde

Die 750-jährige Geschichte Schwarzenbergs ist von kultureller und ökonomischer Vielfalt
und vom Tun und Wirken jener Menschen geprägt, die Schwarzenberg aufgebaut und entwickelt
haben. Um die Ereignisse, Leistungen und Verhältnisse der Vergangenheit in ihrem besonderen
Stellenwert zu zeigen, haben wir gemeinsam mit dem Historiker Meinrad Pichler eine Vortragsreihe gestaltet,
in der wichtige Eckpunkte dieser Gemeindeentwicklung thematisiert werden.

— Eintritt frei

Freitag, 7. Februar

Das Dokument – Das Kloster St. Gallen als Herr über Kirche und Hof von Schwarzenberg

von Peter Erhart

20 Uhr, Einlass 19:30 Uhr
Restaurant Gasthof Adler

Recht zufällig betritt der Ort Schwarzenberg im Jahr 1270 die Bühne der schriftlich fassbaren Geschichte. Er tut dies in der Person des Priesters Walther, der im Kloster St. Gallen als Zeuge an einem Rechtsgeschäft beteiligt ist, das gar nichts mit Schwarzenberg zu tun hat. Walther ist damals nämlich Pfarrer in Schwarzenberg. Sein Herr, der Abt des Klosters, übt im späten Mittelalter trotzdem Macht über die Kirche und die umliegenden Höfe des Ortes aus. Über 200 Jahre lang kann das Kloster diesen Besitz halten, bevor sie der Abt an den Konvent des Klosters Mehrerau verkauft.

Dr. Peter Erhart, geboren 1973 in Feldkirch, Studium der Geschichte, Romanistik und Archäologie in Wien und Rom, 2002 Promotion, seit 2003 Archivar am Stiftsarchiv St. Gallen.

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Freitag, 18. September

Schwarzenberg, Dornbirn und das Bödele – eine Beziehungsgeschichte

von Petra Zudrell

20 Uhr, Einlass 19:30 Uhr
Angelika Kauffmann Museum

Es ranken sich viele Geschichten um die Grenze zwischen Schwarzenberg und Dornbirn. Dabei geht es nicht nur um die Frage nach dem korrekten Verlauf der Grenze. Mit dem Grunderwerb von Otto Hämmerle fand am Bödele um 1900 auch ein Kulturwandel statt. Von der kleinbäuerlich geprägten Vorsäßkultur entwickelte sich die Kulturlandschaft Bödele zu einem Tourismusziel nach internationalem Vorbild. Heftig umstritten war die Grenze zuletzt in der NS-Zeit, als die Stadt Dornbirn versuchte, das Bödele einzugemeinden. Nach wie vor ist das Bödele aber der gemeinsame Bezugspunkt zwischen den Dornbirnern und Schwarzenbergern, an welchem sich viele Wege kreuzen.

Dr. Petra Zudrell ist seit 2017 Leiterin des Stadtmuseums Dornbirn. Sie studierte Deutsche Philologie und Jüdische Studien in Wien, Berlin und Potsdam. 2009 bis 2017 war sie Kuratorin am Angelika Kauffmann Museum Schwarzenberg.

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Freitag, 30. Oktober

Alle Wege führen nach oder
über Schwarzenberg

von Alois Niederstätter

Bevor die Straßenbauten des 19. Jahrhunderts und das 1902 in Betrieb genommene „Wälderbähnle“ die Verhältnisse grundlegend veränderten, war Schwarzenberg die wichtigste Drehscheibe für den lokalen Güteraustausch, aber auch für den Personen- und Warenverkehr zwischen dem Rheintal und dem hinteren Bregenzerwald. Die ältesten Zeugnisse dafür reichen weit zurück. Später kamen Märkte, insbesondere der aus weitem Umkreis besuchte Viehmarkt hinzu. Noch heute zeugen die Gasthäuser im „Hof“ von der wirtschaftlichen Bedeutung der Gemeinde.

Univ.-Prof. Dr. Alois Niederstätter, geboren 1955 in Bregenz, Studium der Geschichte und Germanistik in Salzburg, 1980 Promotion, 2002 bis 2019 Direktor des Vorarlberger Landesarchivs.

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Sonntag, 27. September

Schwarzenberger in der Fremde –
Fremde in Schwarzenberg

von Meinrad Pichler

20 Uhr, Einlass 19:30 Uhr
Schreinerei, Hotel Hirschen

Wie in anderen Wälder Gemeinden hatte auch in Schwarzenberg die Arbeitsnahme im Ausland eine lange Tradition. Zahlreiche Schwarzenberger haben sich an ihren Arbeitsorten niedergelassen, und einige von ihren Nachkommen haben als Deutsche, Schweizer oder Franzosen Karriere gemacht. Im 19. Jahrhundert wendet sich das Blatt. Nun kommen Fremde als Touristen ins Dorf; mit neuen Ansprüchen und neuen Sitten. Wer diese Gäste waren und woher sie kamen, soll an diesem Abend aufgezeigt werden.

HR Mag. Meinrad Pichler, geboren 1947 in Hörbranz, Studium Geschichte und Germanistik in Wien, Lehrer am BRG Dornbirn-Schoren, bis 2010 Direktor am BG Gallus Bregenz.

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Freitag, 16. Oktober

Verliebt, verlobt, verheiratet –
von Heiratspraktiken ab der
Barockzeit

von Katrin Netter

20 Uhr, Einlass 19:30 Uhr
Restaurant Gasthaus Adler, Adlersaal

Der Vortrag behandelt einleitend die Rahmenbedingungen, unter denen (katholische) Ehen geschlossen wurden, und geht danach an Schwarzenberger Fallbeispielen der Frage nach, ob tatsächlich immer Liebe am Beginn einer Partnerschaft und Heirat stand. Wie erging es ledigen Müttern, die – aus welchen Gründen im Einzelfall auch immer – nicht heiraten konnten? Wie erging es dem zurückbleibenden Partner, wenn der Ehepartner starb? Es eröffnet sich ein weites sozialgeschichtliches Feld, das im Rahmen des Vortrags näher beleuchtet werden soll.


Mag. Katrin Netter, MA, geboren 1974 in Krems/Donau; Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Bildwissenschaften in Wien und Krems, seit 2008 Archivarin des Bregenzerwald Archivs.

Autorennen, Bödele, Schwarzenberg, 1967, Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung Norbert Bertolini
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